HolyVj #Digression no°1

Eine Veranstaltung der Münchener Biennale und des Muffatwerk

Musik & Programming: Charles Sadoul; Robotic & Visuals: Adelin Schweitzer; Kurator: Dietmar Lupfer;

Im Mittelpunkt der Performance steht die Geschichte eines Objekts: Das Skateboard George ist die zentrale Figur der Dramaturgie. George sitzt in einem Labor in der Falle. Durch die Erinnerung an seine Vergangenheit zum Leben erweckt, sucht er nach einem Ausweg. Jetzt, wo er ein Bewusstsein besitzt, will er sein früheres Dasein zurück, in dem er mit seinem Besitzer zu einer Einheit verschmolzen spielerisch die Stadt eroberte.

Diese Darstellung‚ aus der Sicht des Objekts und die Schaffung einer intimistischen Atmosphäre lassen das Bild einer Menschheit entstehen, die mit denkenden Objekten durchsetzt ist. Das Schicksal von George gleicht dem eines Menschen. Der Zuschauer fühlt sich diesem Skateboard verbunden, weil er es vermenschlicht. Wohl weil die menschliche Hand niemals sichtbar wird, kann sich das Publikum von der Möglichkeit eines denkenden Objekts faszinieren lassen.

Verschiedene Erzählweisen bestimmen den Rhythmus der Geschichte: Dokumentarbericht, Objekttheater, elektronische Musik mit Tonkomposition in Echtzeit und immersive Videoprojektion. Der Wechsel zwischen direkten Bildern (Georges Auge, Laborkameras) und Dokumentarteilen mit Filmen, die Georges Weg nachzeichnen, schafft eine dramatische Intensität, die unerbittlich zur Tötung von George führt. Die Szenografie wandelt sich im Laufe der Erzählung, von der Beklemmung des Eingeschlossenseins im Labor hin zur Freiheit der großen städtischen Räume, die George einst durchstreifte.

Charles Sadoul Komposition

Ausgehend von der Entdeckung neuer Technologien in der Musik und in Realtime-Grafikprogrammen entwickelt Charles Sadoul hybride Kreationen, die elektronische Musik, akustische Signale, interaktive Installationen und digitale Bühnenbilder kombinieren. Er verwendet neue Technologien (mapping, tracking, augmented reality, sensors), um einen neuen Kontext herzustellen, in dem wir anders wahrnehmen und fühlen, in den das Publikum eingebunden wird und aktiv daran mitwirkt, was am Ende zu sehen ist. Charles Sadoul stellt sich den Herausforderungen, die die digitalen Technologien bereithalten und die Beziehung zwischen Kunst und Technik neu definieren – indem sie bestehende Konventionen einreißen und etablierte Denkmuster hinter sich lassen.

Adelin Schweitzer Video

Adelin Schweitzer, geboren 1978, lebt und arbeitet in Marseille. Er schloß sein Diplom (DNSEP) an der Kunsthochschule von Aix-en-Provence im Jahr 2004 ab und entdeckte für sich Künstler wie Tinguely, Marc Pauline vom S.R.L (Survival Research Lab) und Stelarc. Im LOEIL, dem Mechatronik-Labor der Schule, experimentiert er auf dem Gebiet neuer Technologien. Seit 2014 arbeitet er mit zwei Künstlergruppen zusammen, »deletere« und die »drones bastard group« mit dem Schwerpunkt seiner Forschungen über die Beziehungen Mensch / Maschine und über Begriffe wie »Disnovation«, Techno - Schamanismus und Entschleunigung.

Dietmar Lupfer Kurator

Dietmar Lupfer konzipiert und kuratiert Kunstaktionen im öffentlichen Raum und entwirft mediale Kunsträume. Arbeiten von ihm sind das EU-Projekt »crash test dummy« oder »urban mutations« - multimediale soziale Skulpturen, die Architektur, Performing Arts und Medienkunst miteinander verbinden. Das Konzept seines mobilen Ateliers »cocobello« wurde auf der 9. Architektur-Biennale in Venedig präsentiert. Zusammen mit Ulf Langheinrich entwarf er eine »hemispehre«, für die Ausstellung »vom Funken zum Pixel« im Berliner Martin-Gropius-Bau.

Besetzung & Credits

Musik & Programming: Charles Sadoul

Robotic & Visuals: Adelin Schweitzer

Kurator: Dietmar Lupfer

Dauer: 60 min


Eine Veranstaltung der Münchener Biennale und des Muffatwerk

Produktion: deletere
Koproduktion: ZINC, AADN, Dispositif SCAN Rhône-Alpes, Muffatwerk und Münchener Biennale

Muffatwerk

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